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Die Martenbergklippe oder das Rosenschlösschen bei Adorf


Diese so genannte Martenbergklippe in der Gemarkung Diemelsee-Adorf, unweit der Straße nach Giershagen versteckt in einer Wiese gelegen, gehört zu den herausragenden erdgeschichtlichen Fundstätten im Landkreis Waldeck-Frankenberg.

In Geologenkreisen ist dieses Naturdenkmal der Martenbergklippe eine Besonderheit. Sie birgt sozusagen im "Anschnitt" einen Blick in die Erdgeschichte und somit in eine Zeit von vor über 300 Millionen Jahren.

Um die Attraktivität dieses wohl bisher nur in geologischen Fachkreisen bekannte und berühmte Geotop auch bei Einheimischen und Touristen zu erhöhen, gleichzeitig aber dieses Naturdenkmal vor allem vor hemmungslosen "Wilderern" zu schützen, unterzeichnete vor kurzem Naturpark-Diemelsee Geschäftsführer Reinhold Sude in der Diemelseer Gemeindeverwaltung die Bewerbung für den Wettbewerb

"bedeutendste Geotope Deutschlands".
Martenbergklippe (Rosenschösschen)

Dieser Wettbewerb ist eine Aktivität der Akademie der Geowissenschaften in Hannover, sie rief zum bundesweiten Wettstreit 2004 auf.

Ziel ist es, die fünfzig bedeutendsten Geotope zu erfassen und in einer nationalen Liste festzuschreiben. "Als Geotop werden bestimmte Landschaftsformen, Erdaufschlüsse oder Fossilienfundstätten bezeichnet, die die Entwicklung der Erde und der fossilen Lebensformen dokumentiert," so Diplom-Geologe Sven Bökenschmidt bei der Besichtigung dieser Fundstätte gemeinsam mit Geograph

Dr. Marc Müllenhoff und Vertretern der Gemeindeverwaltung und des Knappenvereins Adorf am 16. Februar 2005.

Bei diesem Geotop handelt es sich um eine ehemalige Eisenerz-Gewinnungsstätte der Grube Christiane. Hier wurde seit Mitte des 17. Jahrhunderts bis Ausgang des 19. Jahrhunderts recht hochwertiger Roteisenstein abgebaut. Dieser Abbau wurde zunächst von Übertage vorgenommen, später nach Niederbringung eines Schachtes auch von Untertage. Dieser Roteisenstein ist überlagert sozusagen als Decke von dickbankigen Kalksteinen, dem so genannten "Adorfer Kalk".

Diese Kalksteinschichten sind es, die Fossiliensammler anziehen. Sie suchen nach versteinerten Muscheln, Schnecken und Armfüßlern, den so genannten Brachiopoden und anderen fossilen Überresten. Diese Versteinerungen sind es, die dieses Erdzeitalter so exakt bestimmen lassen, denn sie liegen in dieser "Adorfer Stufe" – einer Gliederung des unteren Oberdevons – zuhauf. Man unterstellt, dass die Schalen der abgestorbenen Meerestiere zusammen geschwemmt und wieder von neuen Sanden überdeckt wurden.

"Kaum ein deutscher Geologiestudent kommt in seinem Studium nicht wenigstens einmal nach Adorf" – so ein abschließendes Zitat Sven Bökenschmidts.

Hier mitzuhelfen, dieses Naturdenkmal auszubauen, bekannter zu machen, aber auch zu schützen, das wird – so Knappenvereinsvorsitzender Gerhard Willeke – eine wichtige Zukunftsaufgabe des Knappenvereins Adorf sein.

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